Zusatzbeiträge in der GKV: Wechsel nicht überstürzen

Seitdem bekannt ist, dass die ersten gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben wollen, findet die Diskussion darum kein Ende. Viele Versicherte empfinden es als Zumutung, die 8 Euro pro Monat zusätzlich aus eigener Tasche bezahlen zu müssen – unabhängig vom Verdienst und ohne dass sich ein Arbeitgeber daran beteiligen soll. Kein Wunder also, dass auch Viele mit dem Gedanken spielen, ihre Krankenkasse zu wechseln, sollte ihre aktuelle Kasse ebenfalls einen Zusatzbeitrag erheben wollen. Genau davor aber warnen nun u.a. Verbraucherschützer und die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten: Wer einen Kassenwechsel überstürzt vornimmt, kann sich dabei ins eigene Fleisch schneiden.

Erhebt eine Kasse den Zusatzbeitrag, verfügen die Versicherten über ein Sonderkündigungsrecht. Allerdings nur solange, wie sie sich nicht freiwillig für einen Wahltarif entschieden haben. Dann nämlich gilt auch weiterhin eine Vertragslaufzeit von mindestens drei Jahren – ohne Sonderkündigungsrecht. Allerdings ist nicht gesagt, dass die neue Kasse nicht auch Zusatzbeiträge erheben wird. Experten zufolge wird ein Großteil der Krankenkassen im Laufe dieses Jahres wohl diesen Weg gehen. Versicherte müssen außerdem damit rechnen, dass sich viele Kassen über kurz oder lang nicht mit den pauschalen acht Euro monatlich zufrieden geben werden – schon jetzt fordern die Kassen höhere Zusatzbeuträge, höhere Steuerzuschüsse, mehr Geld. Daher gilt: Wer bisher mit den Leistungen und dem Serviceangebot seiner Krankenkasse zufrieden war, sollte vorerst dort bleiben.